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13. Januar 2026

FRIEDENSPROFILE – Joris Fricker (GSoA)

Porträtreihe zu internationalen Friedensaktivist*innen

Bitte stellen Sie sich kurz vor – wer sind Sie und wie sind Sie zur GSoA (Gesellschaft für eine Schweiz ohne Armee) gekommen?

Mein Name ist Joris Fricker, 23 Jahre alt. Ich arbeite seit bald drei Jahren als politischer Sekretär für die GSoA. Ich war aber schon vorher Mitglied und schon lange Sympathisant. Endgültig angefixt hat mich die GSoA in der Kampfjet-Frage, als die Schweizer Stimmbevölkerung 2020 mit 8000 Stimmen Differenz JA gesagt hat zu neuen Kampfjets. Diese emotionale Abstimmung hat mir den Ärmel reingezogen.

Was hat Sie persönlich motiviert, sich gegen das Militär und für eine friedlichere Gesellschaft zu engagieren?

Für mich ist es unverständlich, dass es als normal hingenommen wird, dass das Militär – in meinen Augen eine konzipierte Tötungsmaschine – eine breit abgestützte Daseinsberechtigung hat. Noch schlimmer: Die Armee war und ist eine heilige Kuh. Sich mit ihr anzulegen, gilt als Hochverrat. Die GSoA aber schafft es seit über 40 Jahren, dieser Heiligen Kuh zumindest den Heiligenschein streitig zu machen, und das finde ich genial.

Gab es ein Schlüsselerlebnis oder eine prägende Begegnung, die Ihren Einsatz für den Frieden besonders geprägt hat?

Ich habe mich sehr fest mit der Geschichte der GSoA auseinandergesetzt. Die Mobilisierung für eine armeefreie Schweiz, die 1989 und in weiteren Kampagnen stattgefunden hat, ist für mich nach wie vor eindrücklich. Das ist so nachhaltig, dass es mir weiterhin Mut gibt, für eine friedliche und armeefreie Gesellschaft zu kämpfen. Ausserdem, wie oben erwähnt: Die Abstimmung über die Kampfjet-Frage 2020 hat mich endgültig in die Arme der GSoA und damit in die Friedens- und Sicherheitspolitik getrieben.

Welche Rolle spielt Ihr Engagement in der GSoA in Ihrem Alltag – was treibt Sie dabei am meisten an?

Aktuell sind gefühlt 90 Prozent der dominierenden Fragen und Themen, die gesamtgesellschaftlich diskutiert werden, mit den GSoA-Themen verbunden. Die militärische Aufrüstung und die Zunahme der bewaffneten Konflikte (was ja beides zusammenhängt) nimmt in einem Maße zu, dass es einem schwindlig werden kann. Umso wichtiger, dass jetzt eine Alternative präsentiert wird, die dieser unsicheren und tödlichen Aufrüstungsspirale entgegentritt. In meinem Alltag nimmt die Arbeit und der Aktivismus für die GSoA daher einen großen Platz ein.

Was bedeutet für Sie persönlich „Frieden“?

Eine Frage, über die ich einen Essay schreiben könnte. Darum mein Versuch in einem Satz: Eine Gesellschaft, in der alle Menschen sicher, ohne Existenzangst und gewaltfrei zusammenleben und in der dieser Zustand nachhaltig ist.

Gibt es Menschen oder Bewegungen, die Ihnen Vorbild oder Inspiration sind?

Alle pazifistischen und antimilitaristischen Vorkämpfer*innen von Rosa Luxemburg bis zu den Menschen, die 1989 die Schweizer Armee mittels einer Initiative nahezu abgeschafft haben respektive mit einem unglaublichen Resultat eine neue Vision salonfähig gemacht haben. Daran müssen wir anknüpfen.

Welche Herausforderungen erleben Sie ganz konkret in Ihrem Engagement – und was gibt Ihnen Hoffnung?

Ich merke einfach, wie wir konstant in der Defensive sind. Eigentlich müssten wir täglich mit unseren Ideen in die Offensive gehen und die Massen gegen diesen Aufrüstungswahn auf die Straße bewegen. Doch bevor man überhaupt daran denken kann, muss man diverse Errungenschaften verteidigen oder sich für das absolute friedenspolitische Minimum starkmachen. Auf die GSoA bezogen, heißt das: Wir müssen den Bundesrat zum Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag mittels Initiative bringen, die Verschlechterung des Zivildienstes und die Lockerung des Kriegsmaterialgesetzes mittels Referendum bekämpfen. Das zerrt an den Kräften. Hoffnung aber gibt mir, dass die breite Bevölkerung vom Aufrüstungsdiskurs noch nicht komplett benebelt ist und diverse Umfragen zeigen, dass nicht alles, was geschrieben und von den Militärköpfen gefordert wird, auch wirklich eine breite Abstützung erfährt. Darauf müssen wir aufbauen.

Kategorie: Allgemein

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In der aktuellen Ausgabe erwarten euch spannende Beiträge zu unseren gemeinsamen Bemühungen für Frieden, Abrüstung und soziale Gerechtigkeit. Ein besonderer Fokus liegt auf den Friedensdebatten in anderen Ländern und zur Lage von im Nahen Osten.

Hier ein kleiner Einblick in die Themen:

  • 5 Fragen ans International Peace Bureau
  • 50 Jahre KSZE
  • Kampagne 10% für alle
  • 100 Jahre Anti-Kriegs-Museum Berlin
  • Schweiz ohne Armee?

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